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Geschichtliches

Der Bio-Elektromagnetismus lässt sich in seiner Entwicklung bis auf die Antike und parallel in den verschiedensten Kulturen zurückverfolgen. Um 200 v. Chr. wies der griechische Arzt Galen in seinem Buch „De Simplicum Medicamentorum Temperamentis Al Facultatibus" auf die reinigende Kraft des Magnetismus hin. Das Wort Magnet stammt vom alten Griechischen magnes lithos, der „Stein von Magnesia", einem Gebiet in Griechenland, das wegen seiner vulkanischen Felsen mit magnetischen Eigenschaften bekannt war. Heute wissen wir, dass diese Felsen tatsächlich magnetisch sind.

Huangdi NeijingBereits 2ooo v. Chr. wurde in China magnetische Therapie praktiziert, wie dies im „Yellow Emperor's Book of Internal Medicine" berichtet wurde. Dieser alte medizinische Text weist bereits darauf hin, dass mit "Magnetsteinen" eine aus dem Gleichgewicht geratene Gesundheit wieder hergestellt werden kann. (Lawrence 1998/1). Im Mittelalter wurden zur therapeutischen Behandlung „Magnetsteine" am Körper aufgelegt. Paracelsus (1493 – 1541) war hierbei einer der wichtigsten Initiatoren der modernen Magnetfeldtherapie und machte diese über Grenzen hinweg bekannt.

Albert_EinsteinZum Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte man das Elektron und der Elektromagnetismus rückte damit in den atomaren wissenschaftlichen Bereich. Albert Einstein zeigte, dass Elektrizität und Magnetismus nicht eigenständige Phänomene darstellen, sondern lediglich unterschiedliche Aspekte desselben Phänomens. (Encyclopedia Britannica Vol. 18 15th Ed. 1991). Medizinische Bücher schlossen Magnetismus und Elektrizität als therapeutische Alternative gegen Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Arthritis, Schmerzen und Konvulsionen (Krämpfe) ein. Auch Versandhandelskataloge zeigten nun Angebote von Magnetstiefeln, Ringen, Gürteln, Mützen und Salben. Zur gleichen Zeit trat David Palmer, ein kanadischer Fischhändler, als „Magnetheiler" auf und gründete in Davenport/Iowa die „Palmer's School of Magnetic". Nachdem er 1895 mit großem Erfolg die Anwendung von „Short-Lever" Manipulationen des Rückgrates durchführte, entstand die „Palmer School of Chiropractic."

MesmerErwähnt man im deutschen Sprachgebrauch das Wort „Magnet" im Zusammenhang mit Therapie, weichen viele Menschen sofort zurück. Verschiedene historische Ereignisse sind hierfür verantwortlich. Die „Magnettherapie" erhielt auf Grund des Wirkens von Franz Anton Mesmer, einem deutschen Physiker und Mathematiker des 18. Jahrhunderts, einen dicken Schleier des Mysteriösen. Er schrieb seine Doktorarbeit und seine Thesen zum Thema 'Gravitationsfelder und menschliche Gesundheit' behaupteten, dass der Körper zwei Pole besitzt, welche – wenn nicht in Übereinstimmung mit dem Magnetfeldfluss des Universums - zahlreiche Arten von Krankheiten verursachen könnten. Er bezeichnete den Magnetismus innerhalb des Körpers als „animalen Magnetismus". Mesmer's Äußerungen über Magnetismus wurden mit der Zeit einer hypnotischen Suggestion gleichgesetzt.

Der zunehmende politische Machteinfluss in der Medizin, verbunden mit der nahezu 100%igen Abhängigkeit von der pharmazeutischen Industrie, führte bis Mitte 1970 zu einer unglücklichen Periode des Stillstandes. Demgegenüber entwickelte Japan nach dem zweiten Weltkrieg verschiedene elektromagnetische Wellenformen, indem es den elektrischen Strom veränderte. Diese Verfahrensweise verbreitete sich rasch nach Europa, zuerst nach Rumänien und die frühere Sowjetunion. Von 1960 bis 1985 entwarf und produzierte fast jedes europäische Land seine eigenen Magnettherapie-Systeme. Todorov veröffentlichte 1982 in Bulgarien das erste Buch über die moderne Elektromagnetfeldtherapie. Dieses Werk fasste die Beobachtung von 2700 mit Magnetfeld behandelten Patienten 33 verschiedener Krankheiten zusammen.

Die moderne klinische Anwendung der Elektro-Biologie begann in Nordamerika im Jahr 1971, nachdem Friedenberg erfolgreich eine Heilung schlecht zusammenwachsender Knochenbrüche mit 10 microcamps Strom über rostfreie Stahlelektroden nachweisen konnte (Friedenberg 1971/9). Um die invasive Art von Friedenberg's Behandlung mit Strom zu vermeiden, führte Dr. Andrew Basset vom Columbia University Medical Center eine neue Methode für nicht heilende Knochenbrüche und Pseudarthrosen ein. Er verwendete spezifische zwei-phasige niedrig-frequente, elektromagnetische Signale. (Basset 1974 a/3, 1974 b/4, 1977/10, 1978/11, 1982/12). Auch Berichte von Mitte 1970 über die Schnelligkeit und Ausdauer von Rennpferden, welche mit elektromagnetischen Feldern behandelt wurden, erweckten vermehrt öffentliche Beachtung. Aufgrund der Publikationen von Dr. Basset genehmigte die FDA (Food and Drug Administration) 1970 in den USA den Einsatz elektromagnetischer Felder bei nicht oder langsam heilenden Knochenbrüchen. Ein Jahrzehnt später befürwortete die FDA pulsierende Radiofrequenz-elektromagnetische Felder zur Behandlung von Schmerzen und Ödemen in oberflächlichen Weichteilen. Der erfolgreiche Einsatz schwacher elektromagnetischer Felder und deren positiver Einfluss auf biologische Prozesse, einschließlich beschleunigter Heilung, wird mittlerweile allgemein anerkannt. Dazu zählen insbesondere schnellere Heilung von Knochenbrüchen, Schmerzlinderung und Modulation des Muskeltonus und des Spasmus bei Multipler Sklerose und beim Parkinson-Syndrom. (Rosch 2004/5). In Deutschland war die Magnetfeldtherapie bis Mitte der 80er Jahre eine anerkannte Therapieform innerhalb des gesetzlichen Gesundheitssystems bei unterschiedlichen Indikationen. Dann plötzlich verschwand sie kurzerhand aus dem Leistungskatalog und wird bis heute als nicht anerkannte und zweifelhafte Therapiemethode in der klassischen Medizin angesehen. Heutzutage ist es in erster Linie wenigen seriösen Herstellern von kompakten PEMF-Systemen für die Heimanwendung zu verdanken, dass die, mit einem sehr schlechten Image behafteten und dem Grunde nach aber sehr wertvolle Applikation von pulsierenden, elektromagnetischen Feldern, wieder in den Fokus der Komplementär- und mittlerweile auch der klassischen Medizin gerückt wurde.

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